Meine Gedanken zu Bruno Heiz

Wir kannten uns seit kurzem, aber es war, wie wenn wir uns schon ein Leben lang kannten. Eine Seelenverwandtschaft. - Vielleicht ist er an die Stelle meines verstorbenen Paps getreten und ich, eine weibliche Person, die ihm zuhören kann.

Kunst war sein Lebenselexier. Dies ist nicht übersehbar.

Das damalige Haus an der Pilgerstrasse 13 in Basel, in welchem er bis kurz vor unserem ersten Treffen noch mit seiner geliebten Lebenspartnerin Vio lebte, war voll von Kunst. Anfangs Jahr 2007 hat er Vio verloren.

Chapeau! In diesem Alter zu zügeln, war bestimmt ein körperlicher Kraftaufwand. So kam es, dass dank dieser Verlagerung in eine kleinere Wohnung, die von 1936 - 2007 geschaffenen Werke, sowie auch vergessenen Bilder mir zur Auswahl standen. Sofort beschlossen wir, nach vielen Jahren ohne Präsentation gemeinsam eine erste Ausstellung am Heuberg 24 zu verwirklichen.

Vom ersten Augenblick an waren wir uns sehr sympathisch. Doch für mich fing es eher peinlich an.
Ich, als Single, vergesse immer wieder zu Essen. Der Kreislauf fiel in sich zusammen und es wurde mir mies. Wasser und Schokolade waren angesagt. Wer machte sich nicht in der Zwischenzeit mit einer wunderhübschen Puppe zu schaffen? Mein Hund Coco (Cocker Spaniel) hat sie spielerisch zerfetzt. Bruno, der alte Knabe, musste für das junge Gemüse rumspringen. Er nahm es gelassen. Diese Episode haben wir nie mehr vergessen. Später lachten wir oft herzlich darüber.

Zwei Bande verbanden uns.
Er, der erfahrene Maler, Grafiker und Gestalter. Perfektionist im Zeichnen und ich, als fliegende und hüpfende Galeristin, die etwas in Bewegung setzt und dadurch - da er ohne wenn und aber frei war - noch seinen Namen ins Spiel bringen durfte.

Bruno Heiz feierte am 27. Oktober 2010 seinen 92. Geburtstag. Kompliment! Hatte dieser Mann noch eine geistige Vitalität in sich. Trotz seiner physischen Belastungen wollte er keine Hilfe annehmen. Eben manchmal wolltel er doch zu viel. "Ich möchte andere Leute nicht belasten, ich habe Hemmungen."

Seine Sehschwäche beschäftigt ihn immer mehr, öfters fragte er mich, ob die Nuance seiner Farbskala noch einwandfrei wäre. Ja und Nein! - Seine Ölfarben hatten sich verändert! Kräftiger, frecher und moderner versuchte er immer wieder neue Themen und Motive auf die Leinwand zu zaubern.

Im Dezember 2012 ist er, der immer von sich sagte - "Ich mache so lange weiter, bis mir der Pinsel aus der Hand fällt!" - im Alter von 94 Jahren in Basel gestorben.


- Brigitta Leupin -